Tipps für Einsteiger

 

Tipps für Einsteiger

TERMINWAHL

Für Camino Frances und Camino del Norte zu empfehlen sind Monaten Mai, Juni, Juli und September. Nicht zu empfehlen ist August, da gerade im August  große Jugendgruppen unterwegs sind und man muss oft mit Engpässen in Herbergen rechnen. In Wintermonaten regnet es häufig bei niedrigen Temperaturen. Viele Herbergen und Hotels haben überhaupt keine Heizung.

 

SCHUHE

Größter Problem für Pilger sind die Fußblasen. Die Hauptursache für die Blasen sind meistens die nicht geeigneten Schuhe. Für Camino Frances, Camino del Norte, Camino Portugues oder Via de la Plata in Sommermonaten besser geeignet sind gut gedämpfte, Marken Laufschuhe oder Walkingschuhe, als klassische Leder-Wanderstiefel. Auf diese Strecken überwiegen befestigte Wege und es gibt kaum schwere Berggelände. Belastungen auf dem Jakobsweg sind auch anders wie auf dem 3-5 Tag Bergwanderung. Problem ist die Dauerfußbelastung über mehrere Wochen ohne Erholungsphasen, sowie Fußfeuchtigkeit in Verbindung mit abrasivem Feinstaub und zusätzliche Gesamtbelastung vom Rucksack.

Die Schuhe sollen außerdem um einen Nummer größer sein als die Straßenschuhe.

 

RUCKSACK

Mehr als 12 kg sollte der Rucksack mit dem Inhalt nicht wiegen. Gängige Volumen sind 40-60 Liter. Die Hauptlast wird mit dem Beckengurt getragen (bis 80%). Deswegen beim Rucksack sehr wichtig ist ein gut ausgebauter, steifer Beckengurt System. Leider die meisten Sportgeschäfte haben keine für Jakobsweg geeignete Rucksäcke im Programm. Beim packen gilt Prinzip: schwere Sachen (zB. Wasser) so nah wie möglich am Rücken und nach oben.

 

TRINKEN

Dehydrierung Gefahr auf dem Jakobsweg ist relativ groß. Regelmäßig trinken während dem laufen ist sehr wichtig. Am besten geeignet sind im Rucksack getragene Trinkblasen mit Schlauch (min. 2L). Das schwere Wasser ist optimal im Rucksack verstaut, von Sonne geschützt und jede Zeit ohne anzuhalten verfügbar.

 

ORIENTIERUNG

Die Wege in Spanien sind generell sehr gut, mit dem gelbem Pfeil, oder Jakobsmuschel gekennzeichnet und um auf dem Weg zu bleiben, ist ein Kartenmaterial nicht notwendig. Doch bei suchen von Unterkünften, oft sehr nützlich und absolut zu empfehlen ist ein Handy, mit dem Zugriff auf Google Maps oder nützliche Apps  oder Webseiten wie z.B. www.gronze.com

Eine Prepaid Telefonkarte mit EU-Internet Paket mit 150 MB (z.B. für 4,99 pro 7 Tage) ist absolut ausreichend.

 

KOPFBEDECKUNG

Kopfbedeckung gehört zu wichtigem Equipment. Am besten geeignet ist ein luftiger, waschbarer Hut. Der Pilgerhut ist nicht um sonst ein Symbol vom Pilgern geworden. Ein schicker Leder- oder Filzhut für Sommermonaten in Spanien nicht geeignet.

 

UNTERWÄSCHE

Man braucht mindesten 3 Paar Schnelltrocknende Funktionsunterwäsche. Angenehme Baumwollunterwäsche ist nicht geeignet, da die in sehr feuchtem Meeresklima von Nordspanien, besonders Galicien, bis nächsten Tag nicht trocknet. Das gleiche gilt für Handtuch. Deswegen besser ist ein Kunstfaser Funktionshandtuch als ein Baumwolle Handtuch. Da hilft auch oft nicht mal aufgehängte Wäsche auf dem Rucksack zu tragen.

 

PILGERAUSWEIS

Bedingung zu Übernachten in Pilgerherbergen ist ein Pilgerausweis. Bei Vorlage von täglich abgestempeltem Pilgerausweis am Ende vom Jakobsweg in Santiago, bekommt man Pilgerurkunde (La Compostela). Die Stempeln bekommt man in allen Unterkünfte, Touristikformationen, Cafeterias und kirchlichen Einrichtungen. Den Pilgerausweis bekommt man per Post, am besten durch Internetbestellung bei Pilgerorganisationen wie z.B. www.jakobus-gesellschaften.de , inklusive wichtigste Informationen und aktuelle Herbergenliste auf geplantem Weg.

 

UNTERKÜNFTE

Für mich unzertrennlich zu Jakobsweg gehören die Pilgerherbergen. Das macht unter anderen denn wesentlichen Unterschied zu allgemeinem Rucksacktourismus aus. Durch Übernachtungen in Hotels oder Pensionen verliert man sozialen Kontakt zu anderen Pilgern, sowie tägliche Gelegenheit zum gemeinsamen essen, kochen oder ein Glas Wein trinken, was ein wesentliche Teil von Jakobsweg ist. Die meisten Herbergen in Spanien und Portugal bitten ein ordentlichen und zweckmäßigen Unterkunft, meistens Stockbetten mit Einwegbettbezug, duschen mit Warmwasser, Wäsche- und Wäschetrocknen Gelegenheit, meistens eine Kochgelegenheit, oft auch Waschmaschinen und Trockner. Das alles für 6-7 Euro oder freiwillige Spende. Wenn man den Preisleistungsverhältnis z.B. mit Camping Einrichtungen Vergleich, es ist sichtlich, dass ohne kräftige Subventionen vom kirchlichen oder kommunalen Organisationen wäre das nicht möglich.

 

SICHERHEIT

Generell der Jakobsweg ist nicht gefährlicher als jede andere individuelle Reise. In Gegenteil, in der Umgebung vom Pilger ist die Sicherheit auf dem Jakobsweg deutlich höher als allgemein in Touristenumgebung. Auf meinen bisherigen vier Jakobswegen und über 2500 km, wurde mir kein einziger Vorfall bekannt. Was manchmal vorkommt, ist die Verwechselung von ähnlichen Kleidungsteilen oder Handtüchern beim Wäschetrocknen. Deswegen deutliche Kennzeichnung z.B. von Funktionshandtuch ist zu empfählen, gerade wenn der in gängigste grau-blaue Farbe ist. Allgemein es ist überhaupt kein Problem alleine auf dem Jakobsweg zu gehen, auch für Frauen. Die meisten „Long Distance“ Pilgern starten solo. Doch jeden Tag lernt man weitere Pilger kennen und am Ende in Santiago hat man schnell 100 Freunden und Bekannten, besonders wenn man in Herbergen übernachtet. Großen Vorteil von solo gehen ist die Möglichkeit ein eigenes, Tagesform abhängiges Tempo zu halten und individuellen Etappenverlauf zu gestallten. Wenn man gemeinsames gehen mag, findet man auch schnell Anschluss zu Pilgern die ähnlichen Tempos gehen und man geht immer wieder einzelne Etappen gemeinsam. Außerdem in Hauptsaison, wenn man zu „Rush Hour“ zwischen 7 und 8 Uhr von Herberge startet, hat man meistens immer wieder Sichtkontakt mit anderen Pilgern. Wenn man allein gehen will, soll man nach 8 Uhr starten.

 

SPRACHE

Deutsch und Englisch sind in Nordspanien weit nicht so verbreitet wie in Südspanien. Viele Menschen, auch junge, sprechen nur Spanisch, evtl. noch Italienisch. Deswegen Grundkenntnisse Spanisch können sehr nützlich sein. Es hilft schon weitgehend ein Grundwortschatz mit sogar ca 150 Wörtern, die beinhaltet z.B. das Mini Pilgerwörterbuch.

 

WETER/KLIMA

Entlang der Nordküste Spanien herrscht sehr feuchte Meeresklima, mit kühle, atlantische Brise und häufigen Regenschauer, besonders in Galicien. Es ist ganz andere Klima wie in Südspanien an der Mittelmeerküste. Sogar in Hochsommer herrschen hier für Wanderungen sehr angenehme Temperaturen um 20-22 Grad. Abends und nachts kühlt es oft auf 10 oder sogar 5 Grad ab. Wintermonaten sind wenig geeignet für Wanderung auf dem Camino del Norte. Es ist kühl, feucht und regnerisch. Außerdem in Wintermonaten viele Herbergen sind geschlossen.

 

KOSTEN

Im Schnitt 20 bis 30 Euro/Tag beim einigermaßen kostenbewussten Verhalten reichen absolut aus. Voraussetzung sind die Übernachtungen in Pilgerherbergen (6-7 Euro oder freiwillige Spende) und nutzen vom Pilgermenüs (unter 10 Euro für 3-Gänge, inklusive Flasche Wein). Man soll nicht vergessen, dass Jakobsweg kein Luxus Urlaub ist und Übernachtungen in Hotels eher No-Go sind.